| Blame it on the weatherman |
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| Sonntag, den 11. September 2011 um 10:09 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Am gestrigen Samstag fand das erste von hoffentlich vielen Trainings-Blindsimultanen statt, die ich bis zum Showdown im November noch geben möchte. Gegner waren überwiegend Spieler der ersten und zweiten Mannschaft des SK Sontheim und somit für ein Blindsimultan eigentlich zu dicke Brocken. Aber das Ergebnis war ohnehin von Anfang an unwichtig (ich rechnete ohnehin mit einer klaren Niederlage); viel wertvoller sollten die Erkenntnisse sein, die sich aus einem Match gegen die kräftige Gegnerschaft gewinnen lassen. Um es vorweg zu nehmen: Ich habe das Match zwar nicht verloren, aber vom kreativen Aspekt her war es ein Debakel, was einmal mehr meiner verflixten Wetterfühligkeit geschuldet war. Wechselt die Wetterlage von Regen auf Sonne, habe ich am ersten Sonnentag in 9 von 10 Fällen Kopfschmerzen die, wenn ich nicht rechtzeitig am Morgen etwas dagegen unternehme, auch mit Tabletten nicht mehr wegzubekommen sind. Sollten im November ähnliche Wetterverhältnisse herrschen bzw. drohen, werde ich (Warnhinweis: Bitte nicht nachmachen) meine Ernährung schon am Tag davor auf Kopfschmerztablettensoufflé umstellen. Soll aber gar keine Ausrede sein, ich bin nur sauer auf meine Gene :-). Aber wie auch immer, trotz allem brachte das Match ein paar sehr interessante Aspekte zum Vorschein. Der wichtigste davon ist, dass Réti-Aufbauten für mich im Blindsimultan praktisch unspielbar sind. Ich hatte gegen Edwin Riefner und Roland Mayer jeweils Réti-Stellungen auf dem Brett, in denen ich mich ähnlich entwickeln musste: Neben dem standardmäßigen Sf3, g3, Lg2 und c4 gebot (nun ja, zumindest nach meinen bescheidenen Kenntnissen) die Position in beiden Partien auch b3, Lb2, d3, Dc2 und Sbd2, allerdings aufgrund der konkreten Gegebenheiten an beiden Brettern in unterschiedlichen Reihenfolgen. Das hatte zur Folge, dass ich bei jedes Mal aufs Neue überlegen musste, welchen Zug ich an dem einen Brett bereits ausgeführt hatte und welchen an dem anderen noch niicht. Darüber hinaus sind die Stellungsbilder nicht unbedingt das, was man als Blindspieler haben möchte: Das Brett ist brechend voll und unübersichtlich, was die Berechnungen und Planfindung erschwert. Und zu guter Letzt musste ich mir gestern eingestehen, dass ich den blöden Aufbau schlichtweg nicht ausstehen kann. Das ist nicht mein Spiel, ich bin definitiv kein Brenztal-Petrosjan. Darüber hinaus muss meine Variante gegen Nimzo-Indisch unbedingt in die Werkstatt. Ich versuchte mich gegen Lemke mit dem schrägen 4.f3 und erhielt im Prinzip auch eine gute Stellung, aber eine, die ebenfalls Gift für den Blindsimulanten ist: Volles Brett, gelockerte eigene Königsstellung, ungewöhnliche Stellungsbilder und verschachtelte Bauernstrukturen. Das geht gar nicht und es grenzte an ein Wunder, dass ich die Eröffnung unbeschadet überstand (s. Diagramm):Keine Frage, Weiß steht dank seines Zentrums und der besseren Entwicklung um einiges besser aber ich machte mir trotzdem Sorgen angesichts eines möglichen schwarzen Angriffs am Königsflügel (der mir jetzt, mit "sehenden" Augen, weit weniger real erscheint). Immerhin traf ich wohl die richtige Entscheidung und spielte 21.c5! , was die Stellung vorteilhaft transformiert. Nach 21...Le6 (21...dxc5 22.dxe5! Dxe5 23.Lc4+ Kh8 24.Dh4 gewinnt den Bauern zurück und plötzlich ist es der König des Nachziehenden, der sich unwohl fühlen muss) 22.d5 Ld7 23.c4 b6 24.cxd6 cxd6 25.a4 Dh6 26.Dg2?! (besser war direkt 26.a5) und hier schätzen wir die noch laufenden Partien ab, da ich meinen Gegnern bei dem schönen Wetter nicht den gesamten Samstag versauen wollte (wir spielten bereits seit 4½ Stunden), daher...Remis. Die Ergebnisse im einzelnen:
Ausblick: In den kommenen Wochen werden noch weitere Trainingsmatches stattfinden. Ein sehr spezielles ist am 16.09. in Unterkochen, wo ich gegen vier Eingeborene blind antreten werde - im Chess960 (vier verschiedene Positionen). Das wird wahrscheinlich knüppelhart und man mag sich zurecht fragen, warum ich mir das überhaupt antue. Der Grund dafür ist aber noch "geheim"...naja, das ist jetzt übertrieben, aber das Match dient als Vorbereitung für ein anderes Event Anfang Oktober, dessen Ausrichtung aber noch nicht endgültig feststeht. Anschließend spiele ich am 23.09. an 6-8 Brettern bei der Firma SimCorp in Bad Homburg und direkt im Anschluss am Samstag an 8 Brettern gegen eine Auswahl des Schachklubs Oeffingen (bei Stuttgart). Da wir am 25.9. das erste Ligaspiel haben, wird dieses Wochenende ein echter konditioneller Härtetest - für mich und, unfreiwilligerweise, für meine Frau, die derweil mit den beiden Rackern alleine ist. Wer einen Tipp hat, wie ich ihr das am besten schonend beibringe, kann das gerne bei den Kommentaren posten... Ein sehr interessantes Event findet voraussichtlich am 8. Oktober in Göppingen statt. Die Barbarossa-Thermen veranstalten an diesem Wochenende ein 24h-Schwimmen, dessen Erlös dem guten Zweck zugeführt wird (das bringt mich auf die Idee, eine Firma zu gründen und diese "Der gute Zweck" zu nennen...ich würde Millionen scheffeln...oder hab ich da jetzt einen Denkfehler drin?). Nach Vorstellung der Veranstalter soll ich 1-1½ Stunden mitschwimmen und parallel dazu ein Blindsimultan gegen 4 Spieler des Schachklubs Göppingen ausfechten. Wie das technisch geht und ob das auch tatsächlich so stattfindet, ist mir unklar bzw. noch offen, aber die Idee ist witzig und für sowas bin ich eigentlich immer zu haben. |
Kommentare
WEATHERMAN
instead of WHEATHERMAN
or we could look if David Letterman would like to have you in his show ?
...Das reimt sich und der Pumuckl sagt ...
or we could debate whether you meant this as a joke (or not) and/or whether it was a trick (or not) to convince me to finally translate your website
(DENG STOP WORKING ON IT I'm so darn lazy and you put more and more on it)
... I don't know...
meanwhile I propose to change the spelling
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